Clara Grunwald
(1877 - 1943)
Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten
von Marian Heinsen
Inhaltsverzeichnis
1. Clara Grunwald - Wie bin ich auf das Thema gekommen?
2. Clara Grunwalds Leben
3. Interviews über Clara Grunwald
4. Warum ist Clara Grunwald für mich eine Heldin?
Literaturverzeichnis
1. Clara Grunwald - Wie bin ich auf das Thema gekommen?
Meine Schule heißt Clara-Grunwald-Schule. Ich würde gerne noch länger auf der Schule bleiben, doch im Sommer gehe ich aufs Gymnasium. Es gefällt mir dort sehr, weil man dort selbst entscheiden kann, was man arbeiten möchte. Bei uns machen nicht alle Schüler das gleiche, so wie an anderen Schulen. Unsere Zeugnisse enthalten keine Noten, sondern nur Text. Wir arbeiten auch mit dem Montessori-Material. Ich habe mit dem Montessori-Material ganz schnell rechnen gelernt und es hat sehr viel Spaß gemacht. Es macht Spaß, eigenständig zu lernen und zu arbeiten. In unserer Schule lernt jedes Kind in seinem Tempo und auf seine Weise. In den verschiedenen Klassen sind Vorschüler, Erstklässler und Zweitklässler zusammen und Drittklässler und Viertklässler in einer Klasse. Es gibt mehrere Integrationsklassen mit Integrationskindern. In meiner Klasse sind sehr nette Lehrer und Kinder. Ich habe in der Schule viel über Clara Grunwald gelernt und gearbeitet.
Ich mache den Geschichtswettbewerb mit und habe Clara Grunwald ausgewählt, weil mir ihre Lernmethode Spaß macht und gefällt. Am Anfang habe ich im Internet über sie geforscht und gelesen. Dann habe ich mit meinen Lehrerinnen Interviews gemacht, um sie zu fragen, was sie über Clara Grunwald wissen und ob sie Clara Grunwald als Heldin empfinden. Auch habe ich zwei Bücher gelesen über Kinder und Erwachse-ne, die ins Konzentrationslager abtransportiert wurden. Clara Grunwald ist in einem KZ gestorben.
2. Clara Grunwalds Leben
Geburt
Am 11.6.1877 wurde Clara Grunwald geboren.
Familie
Beruf
Clara wählte einen Beruf, in dem sie etwas über die Erziehung der Kin-der verwirklichen konnte. So ließ sie sich zur Volksschullehrerin ausbil-den. Ihre erste Stelle bekam Clara in Berlin an der Louise-Otto-Peters-Schule. Sie merkte, dass sie als erstes die Noten abschaffen wollte. Die Kinder, die schlechte Noten bekamen, gaben sich deswegen nicht mehr Mühe beim Lernen und schlauer wurden sie dabei auch nicht. Clara war so überzeugt davon, die Noten abzuschaffen dass sie eine Genehmi-gung bekam. Clara merkte, dass es viel wichtiger war, sie zu ermutigen und ihnen persönlich zu helfen. Auch bei schwierigen und sich sehr langsam entwickelnden Kindern hatte sie damit großen Erfolg. Es dauer-te nicht lange, da wurden ihr alle schwererziehbaren Kinder geschickt und oft erreichte sie mit ihrer Methode, dass die Kinder sich wieder nor-mal entwickelten.
Nach dem Ersten Weltkrieg las Clara Bücher von Maria Montessori und war von ihren Ideen begeistert. Die Kinder sollten nicht mehr still sitzen, sondern viel selber machen. Sie sollten aus Erfahrung lernen. Dann ver-suchte sie die Ideen auch in Deutschland zu verwirklichen. Sie gründete Montessori-Kinderhäuser und einen Montessori-Kurs. In den Kinderhäu-sern sollten die Kinder nach den Ideen von Maria Montessori lernen.
Ihr Leben unter Hitler
Zwischen 1933 und 1936 wurden die Montessori-Kinderhäuser ge-schlossen. Clara wurde wegen ihrer jüdischen Herkunft und dem Lehrverbot arbeitslos. Sie fand jedoch schnell eine neue Aufgabe. Sie orga-nisierte mit Freunden im Untergrund die Ausreise von Juden aus Deutschland, weil sie in Gefahr waren, in KZs abtransportiert zu werden. Clara dagegen dachte nicht daran, aus Deutschland zu fliehen.
1941 war Clara 64 Jahre alt. Mit ihrer Adoptivtochter Bertel Elmenreich ging sie auf das Gut Neuendorf bei Fürstenwalde an der Spree. Dort wurden jüdische Menschen auf die landwirtschaftliche Arbeit vorbereitet. Da sie vieles von ihrem Besitz nicht mitnehmen durfte, verschenkte sie es. Claras Freundin Charlotte begleitete sie. In Neuendorf unterrichtete Clara auch Kinder. Obwohl es ein Schreibverbot gab, ließ sie die Kinder mit Stöckchen im Sand schreiben, was dann schnell wieder wegzuwi-schen war.
Als Charlotte und die Kinder ins KZ abtransportiert wurden, wollte Clara mit ihnen gehen. Wer über 60 Jahre alt war, konnte in ein besonderes Lager abtransportiert werden, wo es eine Überlebenschance gab. Clara wollte aber lieber bei ihrer Freundin und den Kindern bleiben. Im KZ wurde sie mit ihrer Freundin und den Kindern wahrscheinlich vergast.
Tod
Clara Grunwald starb im April 1943.
3. Interviews über Clara Grunwald
Interview 1: Frau Angelika Fiedler (Schulleiterin)
1. Was wissen Sie über Clara Grunwald?
Clara Grunwald war Lehrerin. Sie war auf der Seite der Kinder. Clara ist mit den Kindern nach Auschwitz gegangen. Sie hat im Gut Neuen-felde bei Fürstenwald an der Spree die Kinder unterrichtet. Clara liebte die Kinder. Sie mochte die Zensuren nicht. Clara hat sich mit Maria Montessori gestritten. Sie hat Montessori-Kinderhäuser gegründet.
2. Was hat unsere Schule mit Clara Grunwald zu tun?
Unsere Schule ist ähnlich. Die Kinder lernen selbstbewusst. Sie ler-nen sich einzuschätzen. Sie haben selbst die Verantwortung. Sie heißt so, weil man sich an sie erinnern sollte.
3. Ist Clara Grunwald für Sie eine Heldin? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Sie ist ein Vorbild. Sie ist mutig. Sie tut das, was richtig ist. Sie ist so wie die anderen Menschen. Ich gebe keine Zensuren. Clara ist mit den Kindern nach Auschwitz gegangen.
4. Meinen Sie, dass Clara Grunwald vergessen wurde? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Ja - wegen der Nazis. Sie wollten alle Informationen über den Krieg löschen. Nein - weil es in der Bundesrepublik mindestens drei Schu-len gibt, die wie Clara Grunwald arbeiten.
5. Was glauben Sie, wurde Clara Grunwald verehrt? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Nein! Denn sie war anstrengend.
Interview 2: Frau Alke Kraft-Wallrabenstein (Klassenlehrerin)
1. Was wissen Sie über Clara Grunwald?
Clara Grunwald war Jüdin. Sie hat sich mit der Lehrerausbildung beschäftigt und arbeitete auf einer Schule. Dort hat sie gemerkt, dass die Kinder alle gleich lernen und dass das so nicht klappt, sondern dass sie Extrahilfe brauchen. Sie durfte, als Hitler an der Macht war, nicht mehr arbeiten. Dann ist sie in ein Heim gegangen, in dem jüdi-sche Kinder waren. Aber sie durfte diese Kinder nicht unterrichten, weil sie Juden und Jüdinnen waren. Deshalb hat sie die Kinder mit Stöckchen im Sand schreiben lassen, jeder was er konnte. Sie hat sich sehr um die Kinder gekümmert, doch die sind ins KZ gebracht worden. Clara Grunwald ist aber mitgekommen, und sie wurde vergast.
2. Was hat die Schule mit Clara Grunwald zu tun?
Die Schule heißt so, weil wir so arbeiten wie Clara Grunwald. Wir ha-ben jahrgangsübergreifende Klassen, es lernen Vorschüler, Erstklässler und Zweitklässler und Drittklässler und Viertklässler zusammen. Bei uns gibt es Lernwerkstätten, Stationen und Wochenplanarbeit. Jedes Kind lernt auf seine Weise und in seiner Zeit, in der es lernen kann.
3. Ist Clara Grunwald für Sie eine Heldin? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Ja. Jemand, der sich bis zum Tod für die Kinder einsetzt, ist ein Held. Sie hat ein Beispiel gegeben, dass Kinder so lernen wie sie können.
4. Meinen Sie, dass Clara Grunwald vergessen wurde? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
In der normalen Gesellschaft schon, aber bei uns nicht. Die Art von Arbeit wird nicht so an jeder Schule gemacht, und dann wird jemand auch schnell vergessen. Die Kinder unserer Schule wissen etwas über Clara Grunwald wegen des Geburtstags, an dem wir an sie denken.
5. Was glauben Sie, wurde Clara Grunwald verehrt? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
In dem Heim und als Lehrerin wurde sie verehrt, aber bei Hitler nicht.
Interview 3: Frau Claudia Bauer (Klassenlehrerin)
1. Was wissen Sie über Clara Grunwald?
Sie hat jüdische Kinder unterrichtet im Freien. Sie hat die Kinder nach Ausschwitz begleitet und wurde dort umgebracht.
2. Was hat die Schule mit Clara Grunwald zu tun?
Sie wurde nach ihr benannt. Wir versuchen wie sie, jedes Kind individuell zu fördern. Wir feiern ihren Geburtstag und denken an sie.
3. Ist Clara Grunwald für Sie eine Heldin? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Ja, weil sie die Kinder bis in den Tod begleitete, obwohl sie nicht verfolgt wurde.
4. Meinen Sie, dass Clara Grunwald vergessen wurde? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Ich glaube, sie ist in der Öffentlichkeit eher unbekannt, aber wir und die Schule in Berlin versuchen, an sie zu erinnern.
5. Was glauben Sie, wurde Clara Grunwald verehrt? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Vielleicht von ihren Schülern, weil sie sich traute, trotz Berufsverbot zu unterrichten, und weil sie bestimmt ein warmherziger Mensch war.
Interview 4: Frau Gudrun Hermenau (ehemalige Klassenlehrerin)
1. Was wissen Sie über Clara Grunwald?
2. Was hat die Schule mit Clara Grunwald zu tun?
Die Schule wurde nach Clara Grunwald benannt, weil sie sehr enga-giert war und sich darum kümmerte, dass die Kinder so lernen, wie sie wollen und können. Kein Kind wurde aussortiert, wenn es schwach war, sondern sie hat sich um die Kinder gekümmert und sie gefördert. Sie war eine Montessorilehrerin. Sie lebte in einer schwierigen Zeit, zur Zeit des Nationalsozialismus. In dieser Zeit waren die jüdischen Kinder bedroht. Sie hat ihre Klasse geschützt, so lange sie konnte. Als das nicht mehr ging, ist sie mit den Kindern ins KZ (Konzentrationslager Ausschwitz) gegangen. Dadurch hat sie ihr Leben verloren.
3. Ist Clara Grunwald für Sie eine Heldin? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Sie hat ihr Leben gegeben.
4. Meinen Sie, dass Clara Grunwald vergessen wurde? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
In der Öffentlichkeit schon.
5. Was glauben Sie, wurde Clara Grunwald verehrt? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
Von ihren Schülern und deren Eltern.
4. Warum ist Clara Grunwald für mich eine Heldin?
Clara Grunwald ist für mich eine Heldin. Sie ist eine Heldin, weil sie sich gegen Hitler gewehrt hat. Sie organisierte mit Freunden im Untergrund die Ausreise von Juden aus Deutschland und versteckte Bedrängte in ihrer Wohnung. Sie selbst wollte Deutschland nicht verlassen.
Sie hat auch für die Montessori-Pädagogik viel getan. Sie hat einen Montessori-Kurs und Montessori-Kinderhäuser gegründet. Sie lud auch Maria Montessori persönlich ein nach Deutschland, damit sie Vorträge hält. Sie veröffentlichte auch viele Montessori-Werke über die Montesso-ri-Pädagogik. Sehr heldenhaft fand ich, dass, auch wenn ihr jedes Enga-gement für die Montessori-Pädagogik verboten wurde, sie trotzdem nicht untätig blieb. Was ich gut fand ist, dass Clara Grunwald trotz des Schreibverbotes nicht aufhörte, mit den Kindern zu schreiben. Zum Bei-spiel ließ sie die Kinder 1941 mit Stöckchen im Sand schreiben.
Clara Grunwald kümmerte sich sehr warmherzig ihr Leben lang um die Kinder. Sie liebte die Kinder so sehr, dass sie mit ins KZ Auschwitz gehen wollte, um bei ihnen zu bleiben. Dort wurde sie vergast.
Der Geschichtswettbewerb hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich habe gelernt, verschiedene Teile nacheinander zu bearbeiten. Ich habe durch den Wettbewerb sehr viel mehr über Clara Grunwald erfahren. Mir ging es darum, dass es Spaß macht und nicht, dass man gewinnt. Ich habe gelernt, wie wichtig Clara Grunwald für mich ist und wie wichtig es war, mehr über sie herauszufinden. Besonders habe ich gelernt, Interviews durchzuführen. Nächstes Mal mache ich gerne wieder mit.
Literaturverzeichnis
http://de.wikipedia.org/wiki/Clara_Grunwald
www.clara-grunwald-schule.de
David A. Adler, Die Nummer auf dem Arm meines Großvaters, Seelze 2001
Ilse Burfeind, Das Kind im Koffer. Eine Geschichte aus dem KZ Buchen-wald, Hamburg 1987
Michail Krausnick, Elses Geschichte. Ein Mädchen überlebt Auschwitz, Düsseldorf 2007
